retablo

Retablo Café Frankfurt

Mitten in Frankfurt-Sachsenhausen ist mit dem RETABLO ein Ort entstanden, der auf wenigen Quadratmetern eindrucksvoll zeigt, wie Gestaltung über Fläche hinaus wirken kann. Das Café im Erdgeschoss und der dazugehörige Eventspace im Untergeschoss wurden von ABERJA als eine räumliche Einheit gedacht – ein Ensemble aus Form, Licht und Materialität, das sich bewusst zwischen Funktionalität und atmosphärischer Erzählung bewegt.

Die Herausforderung: Ein Café mit Sitzmöglichkeiten auf nur 20 Quadratmetern Fläche. Die Lösung: Eine klare Gliederung, vertikale Raumnutzung und eine gestalterische Idee mit starker Symbolkraft.

Im Zentrum des schmalen, hohen Raums steht ein runder Bartresen aus Naturstein, der sich skulptural vom Boden erhebt. Die Rückwand dahinter erinnert an einen Retabel, welcher nicht nur Inspiration für den Namen war, sondern durch seine ruhige, fast sakrale Anmutung das Kaffeeritual in den Fokus stellt und zelebriert.

Mit klassischem Kellenwurfputz auf der gebogenen Wand werden bewusst die Fassadenstrukturen des Frankfurter Stadtteils Sachsenhausen zitiert und das Design subtil in der umgebenden Nachbarschaft verankert, wie eine Ode an den Rauputz.

Raumhohe, buttergelbe Einbauten laufen spitz in die Raumecken und nutzen die Höhe konsequent aus. Sie verbergen Stauraum und Technik, während die Sitztribüne mit Eichenholzstufen und kleinen, verschiebbaren Beistelltischen in leuchtendem Gelb die andächtige Stille bricht und ein Spannungsfeld in der Gestaltung erzeugt.

Über eine interne Treppe gelangt man in das Untergeschoss, das als Erweiterung des Cafés dient – ein ruhiger, konzentrierter Ort für Workshops, private Veranstaltungen oder kulinarische Abende.

Eine lange Tafel aus Eichenholz mit eingelassener Natursteinplatte prägt den Raum. Die freigelegten Sandsteinmauern im unteren Wandbereich erzählen von der Geschichte des Hauses, während darüber glatt verputzte Flächen und gekonnt gesetztes Licht die sich kreuzenden Gewölbebögen herausarbeiten.

Auch hier setzt sich die Gestaltungssprache des Erdgeschosses fort – in Materialität, Farbnuancen und Klarheit. Die Vorbereitungsküche integriert sich zurückhaltend in das Raumgefüge und ermöglicht eine flexible gastronomische Nutzung.